Ich weiß nicht genau, wie sich Carl Sandburg gefühlt hat, als er sein, dem Titel dieses Eintrages als Vorlage dienendes, Zitat bezüglich des, in meinen Augen sehr sinnvollen, Fernbleibens vom Kriegsgeschehen geäußert hat. Vielleicht saß er auch gerade mit einer Tasse Kaffee vor seinem Rechner, starrte auf den Bildschirm und überlegte, welche schwarzen Pixel sich wohl gerade gut mit den darum liegenden weißen Pixeln vertragen würden. Schwer vorzustellen; wenn überhaupt, saß er vor eine Schreibmaschine. Oder einem Füllfederhalter. Vielleicht stand er auch und trank Tee?
Sah er wenigstens so wie ich aus dem Fenster und versuchte sich den Rest des Tages gedanklich zurecht zu legen? Dafür müsste er Soldat gewesen sein. Ein sehr einsamer sogar, schließlich ging ja niemand hin, zum Krieg. Zumindest in seiner Vorstellung. Es heißt ja nicht „Es ist Krieg, ich bin alleine.“
Ich für meinen Teil sitze hier alleine, lausche den Stimmen aus den umliegenden Büros, die sich zusammen mit den hupend vorbeifahrenden Abiturienten zu einem seltsamen wabernden Ton-Gemisch formen, das mein last.fm Radio gerade noch so übertönt bekommt. Die Lautstärke ist so eigentlich angenehm hörbar. Die des Radios, nicht die der diffusen Geräuschansammlung. Man muss die Ohren ja nicht mehr malträtieren als nötig. Außerdem soll meine Musik niemanden in meinem Umfeld belästigen.
Aber wen sollte ich stören? Ist ja niemand hier. Früher war freitags immer was los in der Redaktion. Das ganze Team war versammelt und hat zusammen den Kurs für die nächsten Wochen bestimmt. Das war die letzten Male nicht mehr so. Die Praktikantin hat Sonderurlaub damit sie für ihre Klausuren lernen kann, unsere Auslandskorrespondentin ist in China unterwegs, die Kreativabteilung sammelt Inspirationen irgendwo in Deutschland, nur nicht hier. Die freien Mitarbeiter machen ihrem Namen alle Ehre und sind frei, nicht erscheinen zu müssen. Der Chef vom Dienst ist nebenher noch mit Lebensretten oder Lebensmitteln beschäftigt und der Chef-Chef verdient irgendwo das Geld, mit dem er uns alle bezahlt.
Freitage sind auch nicht mehr das was sie mal waren. Vielleicht denken sich die anderen das auch gerade und gehen nicht mehr hin.
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Freitag, 26. Februar 2010
Freitag, 29. Januar 2010
Digitale Überraschungen und reale Kommunikationslücken.
Warum blogge ich eigentlich noch? Zwar ist Jens Chef vom Dienst, wenn es aber daran geht, die Weisheit, die ich mit meinen Büromitarbeitern teile, über das Web zu verbreiten, scheint er sich als mein Lakai zu fühlen. Nur halb so wild, ich könnte ja auch einfach mal den Mund halten. Eigentlich freut es mich ja auch zu sehen, dass der Blog immer mehr genutzt wird. Es macht schon fast Spaß, stetig nachzusehen, welche Überraschung man dort findet.
Beim Thema Überraschung fällt mir ein, dass mein Chef ebenfalls sehr überrascht war, als wir uns vergangenen Freitag im Chat Noir über den Weg liefen. Dort haben Ass-Dur die Mengen begeistert und es einfach nicht fertig gebracht, das Programm zu Ende zu bringen, ohne selber lachend die Bühne zu verlassen. Benedikt Zeitner meinte nach der Show noch zu mir: »Es ist wie verhext. Das passiert uns immer nur in Trier. Die haben irgendwie ein besonders ansteckendes Lachen hier.« Was das mit der Überraschung zu tun hat? Eigentlich nichts. Es musste nur einmal gesagt werden.
Die Überraschung resultierte aus mangelnder Kommunikation. Normalerweise nutzte man bei hunderttausend.de die so genannte »Einsatzplanung« um Akkreditierungen zu verbuchen. Da es sich irgendwann einbürgerte, dass alle Akkreditierungen über die Redaktion liefen (also auch die für die Führungskräfte), verschwand diese Einrichtung immer mehr in der Vergessenheit, da man ja sowieso wusste, wer wann wo hin geht. So kam es dann, dass Ralf sich in die Einsatzplanung eintrug was jedoch niemand bemerkte. Das Chat Noir nahm die Sache trotz allem gelassen hin. Auch wenn wir mit vier »Pressevertretern« anrückten, was dem doppelten der üblichen Zahl entspricht.
Und bevor dieser Blog-Eintrag auch noch doppelt so lang wird wie alle anderen, beende ich nun besser hier mit den Worten: Wer den Normalfall unkommentiert ändert, darf nicht überrascht sein, wenn es zu Überraschungen führt, sowohl im Blog als auch in der realen Welt.
Beim Thema Überraschung fällt mir ein, dass mein Chef ebenfalls sehr überrascht war, als wir uns vergangenen Freitag im Chat Noir über den Weg liefen. Dort haben Ass-Dur die Mengen begeistert und es einfach nicht fertig gebracht, das Programm zu Ende zu bringen, ohne selber lachend die Bühne zu verlassen. Benedikt Zeitner meinte nach der Show noch zu mir: »Es ist wie verhext. Das passiert uns immer nur in Trier. Die haben irgendwie ein besonders ansteckendes Lachen hier.« Was das mit der Überraschung zu tun hat? Eigentlich nichts. Es musste nur einmal gesagt werden.
Die Überraschung resultierte aus mangelnder Kommunikation. Normalerweise nutzte man bei hunderttausend.de die so genannte »Einsatzplanung« um Akkreditierungen zu verbuchen. Da es sich irgendwann einbürgerte, dass alle Akkreditierungen über die Redaktion liefen (also auch die für die Führungskräfte), verschwand diese Einrichtung immer mehr in der Vergessenheit, da man ja sowieso wusste, wer wann wo hin geht. So kam es dann, dass Ralf sich in die Einsatzplanung eintrug was jedoch niemand bemerkte. Das Chat Noir nahm die Sache trotz allem gelassen hin. Auch wenn wir mit vier »Pressevertretern« anrückten, was dem doppelten der üblichen Zahl entspricht.
Und bevor dieser Blog-Eintrag auch noch doppelt so lang wird wie alle anderen, beende ich nun besser hier mit den Worten: Wer den Normalfall unkommentiert ändert, darf nicht überrascht sein, wenn es zu Überraschungen führt, sowohl im Blog als auch in der realen Welt.
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